CMS über Schauspiel

Zwischen Burgtheater und Aktionismus

Von den vier hier angeführten Kunstrichtungen ist das Theater, das klassische Schauspiel, ganz sicher die beengteste. Bühne, Kostüm und Stichwort müssen peinlichst genau stimmen, Rolle, Figur und Text sind unabänderlich fixiert, jede Handlung, jede Geste muss exakt reproduzierbar sein, alles ist fest und steif- und genau das macht den Reiz aus.

Denn genau da, wo man an Grenzen stößt, die, wie man nach einigen gescheiterten Versuchen einsieht, unumstößlich sind, da muss man lernen, sich innerhalb der Mauern zu entfalten, sodass man irgendwann sicher und stark genug ist, um sich über diese zu erheben.
In den Text, der nicht aus der eigenen Feder stammt, so viel von sich hineinzulegen, dass er mehr wird, als ein bloßer Monolog, dass er zum wahren Ausdruck wird für die Figur- das ist Theater. Genau dort liegt die Faszination – für Schauspieler und Publikum.

"Theater ist einfältig, wenn es nicht vielfältig ist"
Bertold Brecht